Stadtregionen in Österreich#
Über zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung lebt in mehr als 40 Stadtregionen. Diese stellen vielseitige Produktions- und Angebotsräume für Waren und Dienstleistungen dar. Sie bilden Wirtschafts-, Arbeits-, Kultur- und Ausbildungsstandorte, die im Fall der größeren Stadtregionen Österreichs auch im internationalen Wettbewerb stehen. Die kleineren Stadtregionen erfüllen diese wichtigen Funktionen für ihre direkte Umgebung. Sie werden auf Basis von räumlichen Zusammenhängen und funktionalen Verflechtungen abgegrenzt. Dazu führt Statistik Austria die Gliederung nach Raumtypen auf Basis von statistischen Informationen.
Obwohl die Stadtregionen meist keine eigenen Verwaltungseinheiten darstellen, spielen sie eine zentrale Rolle im Alltag der Bevölkerung als Wohn-, Arbeits- und Lebensraum sowie als gemeinsame Wirtschafträume. Die räumlichen Trends und Herausforderungen wirken sich auf die zusammenhängenden Raumstrukturen aus. Im österreichischen Raumentwicklungskonzept ÖREK 2030 wurden die Stadtregionen aus Sicht der gemeinsamen Handlungsebenen abgegrenzt: Raumtypen Österreichs nach ÖREK 2030.
Der Unterschied zu klassischen Verwaltungsebenen und Ausbreitung über mehrere administrativen Strukturen eröffnet neue Möglichkeiten für Kooperationen und innovative Planungsansätze. Der konkrete politische und rechtliche Rahmen bestimmt dabei, was umsetzbar ist. Ein wichtiger Schritt zur Stärkung von Stadtregionen ist die kooperative, gemeinsame Definition und Analyse der unterschiedlichen Ziele und Ausgangssituationen. Eine Grundlage dafür bildete die ÖREK-Partnerschaft Kooperationsplattform Stadtregion, in der die Agenda Stadtregionen in Österreich erarbeitet und 2016 veröffentlicht wurde.
Einen wertvollen Beitrag hierzu leistet die Online-Plattform stadtregionen.at. Es handelt sich dabei um ein Projekt des Österreichischen Städtebunds und des KDZ– Zentrum für Verwaltungsforschung. Die Plattform gibt einen Überblick über Daten zu allen österreichischen Stadtregionen aus den Themen Bevölkerung, Bildung sowie Arbeit und Wirtschaft und zeigt sehr anschaulich die enge funktionale Verflechtung. Der Österreichische Stadtregionstag ermöglichte in den Jahren 2013 bis 2019 und 2023 den jährlichen Erfahrungsaustausch zwischen interessierten Akteur:innen.
Die Stadtregionen in Österreich sind sehr vielseitig. Daher wurden viele unterschiedliche maßgeschneiderte Formen des Regionalmanagements als Schnittstellen für die koordinierte stadtregionale Entwicklung eingerichtet.
Beispiele dafür sind: Regionalmanagement Steirischer Zentralraum, Planungsverband Innsbruck und Umgebung, der Planungsverband 36 und Zukunftsraum Lienzer Talboden, Regionalverband Salzburg Stadt und Umgebungsgemeinden sowie der grenzüberschreitende Verein Agglomeration Rheintal und Stadtregion Bratislava-Umland (BAUM). Für die Hauptstadtregion Wien wurde Stadt-Umland-Management Wien/Niederösterreich eingerichtet.