Dialogprozess Lobau

Die Lobau und der gesamte Nationalpark Donau-Auen bieten einen sehr wertvollen und einzigartigen Naturraum. Dank der unmittelbaren Nähe zur Hauptstadt Wien sind diese Gebiete sehr gut erreichbar und dienen vielen Menschen als Erholungsraum. Gleichzeitig entsteht dadurch ein starker Nutzungsdruck. 
Die Naturschutzbestimmungen und das Bedürfnis nach Freizeitaktivitäten und Kontakt zur Natur treffen dabei oftmals aufeinander. 

Dem Wachstum der Stadtregion und dem steigenden Interesse am Radfahren in der Lobau folgten Maßnahmen zur stärkeren Berücksichtigung der Naturschutzziele des Nationalparks. Dazu gehört unter anderem seit 2023 die konsequente Umsetzung bestehender Radfahrverbote in der Unteren Lobau sowie die Lenkung des Radverkehrs auf freigegebene Routen in anderen Bereichen des Nationalparks und außerhalb des Schutzgebietes.

Die Nutzung des Nationalparks ist klar geregelt. Die Grundlage bilden das Wiener und das Niederösterreichische Nationalparkgesetz, der geltende Managementplan sowie internationale Bestimmungen. Das Gebiet ist ein Ramsar Feuchtschutzgebiet und unterliegt der Natura-2000- als auch der FFH-Richtlinie.

Das Radwegenetz im Nationalpark umfasst in der Oberen Lobau rund 31 Kilometer, während die Untere Lobau über ein Wegenetz für Fußgänger:innen verfügt. Obwohl diese Regelung seit der Gründung des Nationalparks gilt, steht sie im Widerspruch zur jahrzehntelangen Tradition des Radfahrens auch in der Unteren Lobau. In den letzten Jahren sind die konsequenten Maßnahmen zur Umsetzung dieser Aufteilung auf Widerspruch seitens der Radfahrenden gestoßen und es ist eine Konfliktsituation entstanden.

Auf Wunsch der beteiligten Seiten hat SUM einen Dialogprozess gestartet, um tragfähige Lösungen gemeinsam zu entwickeln und gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Bedürfnisse und Aktivitäten von allen Beteiligten zu schaffen. In einem ersten Schritt wurden von SUM runde Tische organisiert und moderiert. Als erstes Ergebnis konnte vor dem Sommer 2025 eine neue Radroute zwischen Groß-Enzersdorf und Mühlleiten eröffnet werden. Damit hat die Gemeinde für die Bevölkerung eine sichere Verbindung geschaffen, die sowohl im Alltag als auch in der Freizeit genutzt werden kann. 

Darüber hinaus dient SUM als Informationsdrehscheibe zu diesem Thema: Anliegen und Ideen werden gesammelt und gemeinsam wird nach weiteren Lösungen gesucht. SUM ist an unterschiedlichen Initiativen aktiv beteiligt. Dazu zählen die Rad-Community Lobau sowie Projekte der Gemeinde, wie die Erstellung einer Alltagsradkarte.

Im Rahmen der stadtregionalen Plattform Naherholung werden zudem mit den Standortgemeinden und der Verwaltung des Nationalparks aktuelle Herausforderungen und mögliche zukünftige Vorhaben gesprochen. Die Lobau und der gesamte Nationalpark sowie das Umfeld werden dabei gesamtheitlich betrachtet, die Herausforderungen diskutiert und weitere mögliche Erholungsangebote identifiziert.

Neue Radverbindung zwischen Groß-Enzersdorf und Mühlleiten
 

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